Musicalchallenge

Musicalchallenge meets… Maximilian Mann

Maximilian Mann wurde 1987 in Neustadt an der Weinstraße geboren. Seine Jugend verbrachte er in Salzgitter, wo er auch erste Tanzerfahrungen sammelte.

An der Universität der Künste in Berlin absolvierte er seine Musicalausbildung, die er 2011 mit Auszeichnung abschloss.

Danach folgten viele nationale und internationale Rollen in unzähligen Stückenwie u.a. Friedrich- Mythos und Tragödie, Love never dies, The Rocky Horror Show, Elisabeth, Mozart! und Der Glöckner von Notre Dame.

Seit der Premiere in Stuttgart übernimmt Maximilian als Erstbesetzung die Rolle des „Dschinni“ im Disney Musical Aladdin.

Für diese Rolle hat er seine Haare geopfert und entdeckt eine ganz neue Seite an sich.Was ihn an der Rolle herausfordert, was seine Wünsche an einen Dschinni wären und wie er den Spagat zwischen Job und Familie hinbekommt, hat er uns im Interview verraten.


Wie bist du dazu gekommen Musicaldarsteller zu werden? Du hattest ja eigentlich was ganz anderes geplant, was überhaupt nichts mit Musik zu tun hat.

Richtig. Ich wollte eigentlich Medizin studieren. Dafür war soweit eigentlich auch alles bereit, nur habe ich dann eine gute Freundin von mir zu einem Musicalworkshop begleitet, weil sie damals nicht alleine gehen wollte. Damit war es passiert und es gab keinen anderen Weg mehr für mich.

Du hast mit Friedrich, Kolpings Traum, Elisabeth und auch dem Glöckner schon einige historische Rollen gespielt. Wenn du einen Wunsch frei hättest, welche historische Figur würdest du gerne mal treffen und warum? Was würdest du fragen wollen?

Schwierige Frage. Ich glaube da gibt es viele. Ich würde mich sehr gerne mal auf eine Tasse Tee mit Mahatma Gandhi zusammensetzen. Und dann einfach nur zuhören.

Bleiben wir bei historischen Musicals, welche Geschichte würdest du gerne auf der Bühne sehen oder welche Figur würdest du selber gerne verkörpern wollen?

Ich habe so etwas wie Traumrollen nicht. Ich bin sehr glücklich über die großartigen Chancen, die sich mir geboten haben und ich glaube ich mache einfach so weiter.

Aber ich glaube, dass es noch viele tolle Charaktere gibt, die ein Musical verdienen, oder zumindest, deren Musik verwendet werden sollte. Ich persönlich fände ja ein Musical mit den Songs von Roger Cicero ganz toll.

Am 10.02.2019 war die letzte Vorstellung vom Glöckner von Notre Dame. Was war das Besondere an dem Musical/ deiner Rolle des „Phoebus“ und was wirst du am meisten vermissen?

Der Glöckner von Notre Dame ist ein ganz besonderes Stück. Ein Stück mit einer tiefen Aussage, heutig, berührend, vielseitig. Wir haben in den 2 Jahren viele Menschen tief berührt und ich bin überglücklich als „Phoebus“ ein Teil dieser wunderbaren Geschichte gewesen zu sein.

Wie viel „Phoebus“ steckt in Maximilian und umgekehrt?

Hahaha. Ich habe mir die Frage oft gestellt. „Phoebus“ ist mutig, ungeschickt, charmant, unausgeglichen und auf der Suche nach Glück. Ich glaube das sind Charaktereigenschaften, die in jedem von uns stecken. Aber am bessten verstehe ich mich mit ihm, wenn er die Dinge nicht zu Ernst nimmt. Das ist etwas bei dem ich viel von ihm lernen kann.

Jeden Tag, jede Woche, jeden Monat die gleiche Rolle… hat man bei Longrun-Produktionen manchmal Langeweile? Wie verschafft man sich Abwechslung und hat man als Darsteller gewisse Freiheiten innerhalb seiner Rolle?

Das muss jeder Darsteller für sich selbst beantworten. Für mich liegt die Herausforderung einer Longrun- Produktion darin, das Stück jeden Abend neu zu entdecken. Neue Dinge in dem Charakter zu finden.

Wenn du an deine neue Rolle als „Dschinni“ denkst, freust du dich auf das fröhliche und unbeschwerte Stück, als Kontrast zum Glöckner? Wo siehst du die größten Herausforderungen?

Ich freue mich sehr darauf. Es ist eine riesige Abwechslung zu allen Rollen, die ich die letzten 5 Jahre gespielt habe. Für mich ist Komik etwas, was sehr schwer zu spielen ist. Jedes Publikum, reagiert anders. Ein Witz, der am Abend vorher ein Riesenlacher war, funktioniert am nächsten Abend nicht mehr. Es ist eine große Herausforderung jeden Abend auf die Zuschauer einzugehen und sie abzuholen.

Du hast dich dazu entschieden deine langen Haare abzuschneiden und dir eine Glatze zu rasieren. Dies hast du mit einer Haar-Spende für den guten Zweck verbunden. Wie bist du darauf gekommen? Welche Projekte liegen dir ansonsten am Herzen?

Eine Kollegin aus unserem Theater hat mir vor längerer Zeit erzählt, dass sie ihre Haare für „Haarschnitt mit Herz“ gespendet hat. Als die Entscheidung fiel, meine Haare abzuschneiden, war damit auch klar was damit passiert.

Mir liegen viele Dinge am Herzen. Grundsätzlich finde ich, dass es in unserer Pflicht liegt, Menschen zu unterstützen, denen es nicht so gut geht wie uns. Ich setze mich für jeden ein, der Hilfe benötigt wenn ich kann. Kinder, Flüchtlinge, Erkrankte, … Die Liste ist leider endlos. Aber wenn jeder etwas von seinem Glück weitergibt, wofür auch immer, ist das das Beste was wir tun können. Und ich habe extrem viel Glück gehabt.

Was würdest du dir wünschen, wenn du einen Dschinni hättest?

Gesundheit, Zufriedenheit und Frieden

Du bist Mitglied der Gentlemen of Voices. Was bedeutet dieses Projekt für dich und wie kam es dazu?

Wir sind 5 Musiker mit der Lust etwas Besonderes auf die Beine zu stellen und wollen mit viel Humor etwas andere Konzerte geben.

Ein weiteres Projekt ist „Quatsch mit 3“ zusammen mit Felix Martin und David Jakobs. Wie kommt man auf eine solche Idee?

Quatsch mit 3 war ein Selbstläufer. Wir haben angefangen regelmäßig auf Facebook online zu gehen und irgendwann schlug ein Zuschauer ein Konzert vor. Genau so haben wir es gemacht und daran großen Spaß.

Natürlich darf die obligatorische Frage nicht fehlen: Was war dein lustigster Patzer auf der Bühne?

Ich hatte den ersten Komplett-Blackout meines Lebens beim Glöckner, als ich in der Tavernenszene unserer „Esmeralda“ Mercedesz Csampai gegenüberstand und gar nichts mehr wusste. Es war als müsste mein Gehirn für einen Moment einen Neustart machen. Das war schon extrem unangenehm.

Wo siehst du die größten Nachteile in deinem Job? Ist die räumliche Trennung von Familie, Freunden und Partnerin ein Punkt, der dich manchmal an deiner Entscheidung, Musicaldarsteller zu sein, zweifeln lässt?

Natürlich ist es doof, nie an Familienfeiern teilnehmen zu können, Weihnachten nach dem Heiligabend sofort wieder in den Flieger zu steigen oder Freunde nur zu sehen, wenn sie einen besuchen. Aber das ist ein Nachteil, den ich bereit bin einzugehen.

Zweifel kommen nimmer dann, wenn es gerade mal nicht läuft, viele Absagen hintereinander kommen. Wenn die Selbstzweifel einen jagen.

Das Internet ist ja oftmals ein Ort für (meistens) anonyme Kritik an Darstellern/ Produktionen etc. Wie gehst du mit einer solchen Kritik um?

Ich versuche keine Kritiken zu lesen und mich aus Foren fernzuhalten. Das ist etwas was ich lernen musste. Das Internet lädt jeden dazu ein seine unqualifizierte Meinung frei zu äußern und über andere herzuziehen, ohne zensiert zu werden. Es hat etwas mit fehlendem Anstand und Respekt zu tun, wenn man seine Meinung bösartig verbreiten muss. Oft geht es dabei nicht darum, dass andere Menschen wissen sollen, was man denkt, sondern einfach nur um aufzufallen. Aber das ist ein generelles Phänomen unserer Zeit, nicht nur im Musicalbereich.

Ich spiele für die Zuschauer, die ins Theater kommen, um verzaubert zu werden, nicht für die, die anderen beim Scheitern zusehen wollen.

Passend zum Thema Kritik, das Stichwort Fans: Wir können uns vorstellen dass es für einen Darsteller natürlich der größte Lohn ist, allabendlich Applaus für seine Leistung auf der Bühne und auch Komplimente von Fans zu bekommen. Was sind die Schattenseiten? Gibt es auch unangenehme Begegnungen mit Fans?

Natürlich nehmen sich bestimmte Fans mehr heraus als andere und respektieren die Grenze nicht. Das ist unangenehm. Ich persönlich mache gerne Fotos, gebe Autogramme und unterhalte mich mit Fans. Aber ich bin kein „Freiwild“, das überall umarmt und fotografiert werden darf und will. Aber auch da finde ich, das hat etwas mit Respekt zu tun. Einfach ansprechen und fragen ist da die beste Lösung, denke ich.

Wo siehst du dich in 10 Jahren? Hast du unerfüllte Träume, die du unbedingt verwirklichen möchtest?

Ich bin kein sehr guter Planer. Ich folge den Möglichkeiten die sich bieten.

Kannst du dir vorstellen beruflich auch mal was ganz anderes zu machen als Musik?

Musik wird immer ein Teil meines Lebens sein. Ob ich bis ins hohe Alter mit Musical mein Geld verdienen werde, kann ich nicht vorhersehen, aber aufgeben werde ich die Musik nie.

Was machst du am liebsten in deiner Freizeit bzw. wie schaffst du dir einen Ausgleich zum Leben auf der Bühne?

Ich mache sehr gerne Sport, bin lizensierter Personal Trainer und liebe den Ausgleich dadurch. Außerdem verbringe ich gerne Zeit in der Natur, am liebsten mit Freunden und lerne gerne neue Dinge.

Welche Frage würdest du dir selber stellen, wärest du an unserer Stelle und was wäre die Antwort?

Wo kann man dich als nächstes sehen?

Ich bin froh, dass ihr fragt!

Am 03.05. bei Patrick Stankes „Abenteuerland“ in Hörde

Am 06.05. zu „Merci Grand Prix“ im Friedrichsbau Varieté

Am 14.06. mit den „Gentlemen of Voices“ im Parktheater Plauen

Welche Frage(n) würdest du uns stellen, wärest du der Interviewer?

Was bewegt Euch dazu die Musicalchallenge zu betreiben?

Judy: Mich hat die Liebe zu Musicals schon als Kind gepackt. Mittlerweile hat man viel mehr Möglichkeiten ganz unterschiedliche Stücke zu sehen und mein Interesse reißt da auch nie ab. Da kam es mehr als gelegen, dass meine Schwägerin Ena genau so ein großes Interesse daran hat. Ganz schnell wurde aus, früher 1-2 Musicals im Jahr, 2-4 im Monat.

Es macht unfassbar viel Spaß, alleine schon die ganzen tollen Stücke zu sehen. Dazu kommen immer mehr Interaktionen mit Followern und natürlich der eine oder andere Einblick hinter die Kulissen. Zudem ist es total interessant Interviews mit euch Darstellern zu führen. Jeder geht ganz anders an unsere Fragen heran und es macht Spaß, immer genau zu überlegen, was uns interessiert, aber auch für die Leser interessant ist.

Das alles zusammen macht die Challenge zu einem genialen Hobby, was unsere Interessen nicht besser bündeln könnte.

Ena: Da hat Judy jetzt aber ein Brett vorgelegt, was soll ich denn dazu noch sagen?

Also bei mir war Starlight Express „Schuld“, das war das erste Musical das ich als Kind gesehen habe und fortan habe ich mir zu jeder Gelegenheit Karten dafür gewünscht. Irgendwann ebbte das ganze dann durch Schule, Ausbildung etc. ein bisschen ab, Freunde hatten kein Interesse an Musicals und alleine gehen wollte ich nicht. Dann trat Judy in mein Leben bzw. in das Leben meines Bruders und die Leidenschaft wurde wieder neu geweckt.

Anfangs hatten wir eine interne Challenge sozusagen, d.h. wir wollten monatlich ein Musical besuchen. Ziemlich schnell wurden es immer mehr und wir hatten die fixe Idee „Lass uns doch mal über unsere Erlebnisse schreiben“ und daraus sind der Blog, Facebook, Instagram und YouTube Kanäle entstanden. Dann hatten wir irgendwann die Idee „Meinste wir könnten Interviews mit Darstellerinnen und Darstellern führen?“, haben einfach ein paar E-Mails verschickt und die Resonanz war so unglaublich toll, dass uns dann der Ehrgeiz gepackt hat! Alles vorher nicht wirklich geplant, wie die Jungfrau zum Kinde sozusagen.

Das wir in so kurzer Zeit so viele tolle Begegnungen mit Darsteller*innen und Followern haben werden hätte keine von uns je für möglich gehalten und wir sind absolut stolz auf das was bisher alles so möglich war.

Die Interaktionen mit Darsteller*innen und Followern, die Recherche im Vorfeld für unsere Interviews, die Musicalbesuche selbst natürlich und das Schreiben über unsere Erlebnisse machen einfach unheimlich viel Spaß und ich möchte es nicht mehr missen!

Zum Glück gibt es noch viele, viele Musicals die ich noch nicht kenne und die wir in den nächsten Jahren noch besuchen können!


Besucht Maximilian im Netz:
Facebook: Maximilian Mann
Instagram: @maximilian.mann


Wir danken dir, lieber Maximilian, für deine offenen Antworten auf unsere Fragen. Wir sind sehr froh, dass du dich gegen den Arztkittel und für zahlreiche, so unterschiedliche Kostüme entschieden hast. Wir durften dich schon live sehen und hoffen, dass das nicht das letzte Mal war.

Wir wünschen dir für deinen Weg nur das Beste und ganz viele, immer wieder neue Rollen die dich ausfüllen und Freude bereiten.

Viele Grüße!

Eure Judy und eure Ena

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