Musicalchallenge

5 Fragen an… Tetje Mierendorf

Tetje Mierendorf wurde 1972 in Hamburg geboren. Vor der Entscheidung für eine Karriere als Schauspieler, Musicaldarsteller und Comedian absolvierte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann.

Er stand bereits in zahlreichen Musicalproduktionen wie Grease, Buddy – Das Musical oder Sister Act auf der Bühne und ist ebenso bekannt durch Film- und Fernsehauftritte.

Tetje wirkte in vielen Comedy Formaten mit und stand unter Anderem im Jahr 2013 als Teilnehmer in der RTL Show Let’s Dance mit Tanzpartnerin Isabel Edvardsson auf dem Parkett.

Zuletzt konnten wir Tetje als „Shrek“ auf der Freilichtbühne in Tecklenburg sehen.

Aktuell ist er als Autor seines Buches „Halbfettzeit“ aktiv und stolzer Botschafter des Vereins Budnianer Hilfe e.V. Der Verein setzt sich für Kinder und Jugendliche ein.

Wir haben ihm 5 Fragen gestellt:

1. Was war das erste Musical das du gesehen hast, wie alt warst du und was hat dich daran fasziniert?

Es war Cats in Hamburg, wahrscheinlich 1987. Es war völlig anders als alles andere was ich vorher an Theater kannte. Ich hatte erst Schwierigkeiten es richtig ernst zu nehmen. Ich war als Teenager viel zu sehr damit beschäftigt cool zu wirken. Jahre später habe ich dann 5 Jahre bis zur letzten Vorstellung dort in der Booth gesungen und fand den Job herrlich!

2. Was war deine erste Rolle?

In der Grundschule „Josef“ im Krippenspiel. Die erste Rolle, für die ich Geld bekommen habe, war „Eugene“ in Grease.

3. Was ist deine Traumrolle und warum?

Es gibt so viele schöne Rollen die ich gern mal spielen würde, aber Emmas Papa zu sein ist unübertroffen!

4. Was war dein lustigster Patzer auf der Bühne?

Die fatalste Panne, die fast die ganze Geschichte zunichte gemacht hätte, war, als ich letztes Jahr als „Shrek“ bei der ersten Begegnung mit „Fiona“ meinen Helm vergessen hatte und sie sofort sehen konnte, dass ich ein Oger war, was mal eben die Hauptgeschichte der Show crasht. Ich bin dann nochmal zurück in die Garderobe, um meinen Helm zu holen und habe „Fiona“ allein in ihrem Turm stehen lassen, bis ich wieder maskiert war. Ooooopssss!

5. Welche Frage würdest du dir selber stellen, wärest du an unserer Stelle und was ist die Antwort?

Was muss sich in Deutschland ändern, damit das Musical in Deutschland langfristig überleben kann?

Musical ist trotz seiner amerikanischen Wurzeln mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Kultur. Ich finde es schade, dass es trotzdem in weiten Teilen der Bevölkerung ein merkwürdiges Image hat, über das sich viele lustig machen. Musical ist aber nicht nur Cats, Phantom oder Starlight. Zu sagen „Ich mag kein Musical“ ist genauso verallgemeinernd wie „Ich mag kein Theater“, weil viele Menschen die Vielfalt überhaupt nicht kennen, sondern das Genre aburteilen, weil sie 2-3 Großproduktionen gesehen haben. Die meisten Zuschauer gehen leider lieber acht Mal zu König der Löwen als einmal in eine neue Show, nur weil man König der Löwen eben guckt. Die Risikobereitschaft ist beim Publikum oftmals nicht so groß, was natürlich auch mit den Ticketpreisen zusammenhängt. Wer andererseits in einem unsubventionierten Haus schon mal gearbeitet hat, weiß, was dort an Kosten zu stemmen ist. Professionalität hat ihren Preis und es ist legitim, als Investor Geld verdienen zu wollen. Wenn man aber nur noch auf Rendite setzt, leidet meist die Kunst, das ist seit Jahrhunderten so. Es muss immer die Balance gehalten werden, das ist immer ein Spagat. Unterhaltung muss auch mal etwas kosten dürfen, auch Kunstschaffende müssen leben, wie in allen anderen Berufen auch. Eine endlose Diskussion. Aber wollen wir uns Kunst auch weiterhin leisten, so müssen wir bereit sein, unser Konsumverhalten anzupassen. Ein Bühnenstück ist nicht Fernsehen, nicht YouTube, es geht eben auch um das Gemeinschaftliche mit echten Menschen im Saal und auf der Bühne. Es ist leicht, immer auf Großproduktionen zu schimpfen, teilweise natürlich auch zurecht, aber ohne die großen Player der Branche wäre das Musical in Deutschland niemals so weit gekommen. Es gibt immer eine Geschichte hinter der Geschichte.

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Besucht Tetje im Netz:
Facebook: Tetje Mierendorf
Instagram: @tetjemierendorf

Vielen Dank, lieber Tetje, für die rasant schnelle Beantwortung unserer Fragen! Wir sind ganz bei dir und hoffen sehr, dass das Publikum auch kleineren Produktionen endlich die Beachtung schenkt, die sie verdeint haben!

Wir sind sehr beeindruckt von deiner Vielseitigkeit und du hast unseren vollen Respekt, was du mit bewusster Ernährung und Sport in deinem Leben geschafft hast!

Viele Grüße!

Eure Judy und eure Ena

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