Musicalchallenge

Kuss der Spinnenfrau Leipzig

Die Gewinnerin unseres Adventskalender-Gewinnspiels hat sich die Mühe gemacht und ihre Eindrücke des Stücks für euch zusammen getragenWir sagen Danke liebe Nicole und sind gespannt wie es dir gefallen hat!


Denkt man an das Musical-Autorenduo Fred Ebb und John Kander, dann fallen den Meisten wohl zuerst Cabaret und Chicago ein. Mit Kuss der Spinnenfrau hat die Musikalische Komödie Leipzig nun ein seltener gespieltes Stück auf die Bühne gebracht, dass sowohl durch seine inszinatorische Dichte als auch durch eine grandiose Besetzung besticht.

Leichte Kost ist die Geschichte hinter dem Kuss der Spinnenfrau wahrlich nicht. In einer Gefängniszelle zu Zeiten der argentinischen Miltärdiktatur treffen zwei Männer aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Auf der einen Seite der Oppositionelle „Valentin“, der für einen politischen Umsturz kämpft, auf der anderen Seite der homosexuelle „Molina“, der seine Kraft, den Gefängnisalltag zu überstehen, aus seinen Fantasien rund um „Aurora“ zieht.

„Aurora“, die Schauspielerin, hat er in allen ihren Filmen gesehen und vergöttert sie: Bis auf die Rolle der männermordenen Spinnenfrau, deren Kuss tötet. Nach und nach kommen sich die zwei unterschiedlichen Männer näher. Und während auch „Valentin“ Gefallen an der Fantasiewelt findet, versteht „Molina“ ein Stück weit den Kampf für einen politischen Umschwung.

Als „Aurora“ schlüpft Anke Fiedler in die unterschiedlichsten Filmrollen – besonders beindruckend ist sie als über Allem thronende Spinnenfrau, die nur darauf wartet, ihr nächstes Opfer in die Fänge zu bekommen.

Friedrich Rau als „Valentin“ verkörpert genau die richtige Mischung als hartem, fanatischem Kämpfer und von Kindheit auf, verletztem und verlorenem Menschen.

Unangefochtener Star der Inszenierung ist jedoch Gaines Hall. Mit feinem, nuanciertem Spiel gibt er den an seinen Chimären festhaltenden Träumer. Weiche Gesten sind immer wieder da, ohne dass er ins Over-Acting abgleitet und den „Klischee-Homosexuellen“ gibt.

Gespielt wird in Leipzig in einem ehemaligen Schwimmbad auf drei Ebenen. Die Bühne wird dominiert von zwei Zellen-Hälften, die immer wieder neu engeordnet werden. Auf deren Dächern und von der Seitenempore agiert das Gefängnispersonal, angeführt vom Gefängnisaufseher (Cush Jung). In der Mitte bietet eine Showtreppe der Spinnenfrau den perfekten Auftritt, der von Melissa King stimmig für die einzelnen Rollen choreografiert wurde.

Wie es ausgeht, sei an dieser Stelle nicht verraten. Nur soviel: Die Frage, was echt und was Fiktion ist, muss sich der Zuschauer nach drei Stunden selbst beantworten. Mit stehenden Ovationen dankten die Zuschauer dem Ensemble und dem Orchester für eine hervorragende Leistung.

Viele Grüße!

Eure Nicole D.

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