Judy’s und Ena’s Musicalchallenge

Musicalchallenge meets… Alexander Kerbst

Alexander Kerbst wurde in Jena geboren, studierte Schauspiel an der Theaterhochschule in Leipzig und absolvierte einen Förderkurs für Chanson und Musical.

Bereits während seines Studiums spielte er den „Joe“ im Musical Manche mögen’s heißim Berliner Metropol Theater.

Alexander stand bereits in unzähligen Musicals wie z.B. West Side Story, Hello Dolly, My Fair Lady, Evita oder Cabaret auf der Bühne, um nur ein paar seiner Stationen zu nennen.

Derzeit verkörpert er den Falco im gleichnamigen Musical und hat zusammen mit Stefanie Kock das Drehbuch geschrieben.

Im Frühjahr wird Alexander erneut in Füssen in den Musicals Die Päpstin und Ludwig2 zu sehen sein.

Außerdem steht er zusammen mit Stefanie Kock als Duo Kerbst und Kock mit einer Mischung aus Comedy, anspruchsvollen Songtexten, eingängigen Melodien und viel Schabernack auf der Bühne.

In unserem Interview spricht er über unerfüllte Träume auf der Bühne, welche berühmte Persönlichkeit er gerne treffen würde und was die Faszination Falcoausmacht.

Wie bist du dazu gekommen Musicaldarsteller zu werden? War das schon immer dein Traumberuf?

Als Kind war ich Mitglied im Thomanerchor Leipzig. Nach dem Schauspielstudium wollte ich Musik und Schauspiel irgendwie verbinden. Und da war der Weg nicht weit, Musical Darsteller zu werden.

Hast du ein Lieblingsmusical?

Mein Lieblingsmusical ist Les Miserables. Denn dieses Musical hat nicht nur eine bewegende Liebesgeschichte, sondern auch eine menschheitsgeschichtliche, philosophische Dimension.

Du hast schon sehr viele tolle Rollen spielen können, hast du eine Lieblingsrolle?

Meine Lieblingsrolle ist zurzeit natürlich „Falco“. Es ist herrlich, wenn wir nach unseren Vorstellungen so viele glückliche Gesichter sehen!

Gibt es noch unerfüllte Träume auf der Bühne?

Mein Wunsch ist es, einmal „Tevje“ in Anatevka zu spielen. Aber dafür habe ich noch Zeit.

Du spielst bereits seit längerer Zeit den Falco. Wie viel Falco steckt in Alexander Kerbst und umgekehrt?

Als Schauspieler sucht man natürlich immer nach Gemeinsamkeiten, wenn man eine Rolle entwickelt. Sicherlich steckt auch eine Menge von Falco in mir (Eitelkeit, Größenwahn, große Sensibilität, Musikalität, starker Wille, Verletzlichkeit etc.). Was Suchtgefährdung und Todessehnsucht betrifft hoffe ich, dass nicht so viel von Falco in mir steckt. Immerhin habe ich ihn schon 15 Jahre überlebt.

Hast du ein Lieblingslied von Falco? 

Das wechselt immer mal wieder. Zurzeit ist es >Europa<. Dieser Song hat eine große Aktualität, angesichts der vielen Feinde Europas, die wir in den letzten Jahren vermehrt zu sehen bekommen. Da zeigt sich für mich auch ein politischer Falco.

Jeanny ist ein sehr skandalträchtiger Song! Wie stehst du zu dem Song und der Geschichte des Liedes?

Ich glaube, dass dieser Skandal nicht geplant war. Ich weiß aus Gesprächen mit Bandmitgliedern und seinem Manager, dass dieser Song im Studio zum Teil improvisierte Texte hatte, die später zusammengeschnitten wurden. So erklärt sich auch, dass man da vieles hineininterpretieren konnte, was vielleicht ursprünglich so gar nicht gemeint war.

Du hast zusammen mit Stefanie Kock das Drehbuch für „Falco – Das Musical“ geschrieben. Was waren die besonderen Herausforderungen? Und wie hast du recherchiert?

Wir haben uns bei dem Buch an die zwei großen Falco Biografien gehalten (DoRo und das Buch von Horst Bork „Falco die Wahrheit“) außerdem sprechen die zwei allegorischen Frauenfiguren „Jeanny“ und „Ana Conda“ hauptsächlich in Zitaten aus Falco Songs. Ebenso wie Falco, der oft in Songtexten spricht oder Ausschnitten aus Interviews.

Uns war es wichtig, eine emotionale Story über einen Künstler zu erzählen, die über die konkrete Falco Biografie hinausweist.

Hast du Falco vor seinem Tod persönlich treffen können?

Leider nicht.

Was macht die Faszination Falco aus?

Falco ist wohl einer der letzten Superstars, die sich getraut haben, ihr schlechtes Image zu pflegen und zu leben. Das wäre in dieser Form heute nicht mehr möglich, in unserer politisch korrekten Welt.

Du bist auch als Regisseur tätig, ist das eher dein Ding als Musicaldarsteller?

Ich stehe nun mehr seit 30 Jahren als Profi auf der Bühne. Da hat man viel erlebt und viel gelernt. Deshalb scheint es folgerichtig, dass ich meine Erfahrungen und Erlebnisse an die nächste Generation weitergeben kann und möchte.

Du hast bereits mehrere Auftritte in Film und Fernsehen gehabt. War das nur ein „Ausflug“ für dich oder eine optionale Perspektive?

Als Schauspieler muss man sich entscheiden. Künstler, die in beiden Metiers über lange Zeit erfolgreich sind, sind äußerst selten. Denn jedes Genre hat seine eigenen Gesetze und erfordert ganz eigene Planung und Vorbereitung. Ich stehe sehr gern auf der Bühne. Denn hier habe ich noch den direkten Kontakt zum Publikum. Das ist für mich der besondere Reiz daran.

Kannst du schon über andere/neue Projekte sprechen?

Ich bin ab dem Frühjahr auch wieder im Festspielhaus in Füssen tätig. In Die Päpstinund Ludwig ². Außerdem mache ich mit Stefanie Kock zusammen noch ein eigenes Programm: Kerbst und Kock.

Wenn du eine berühmte Persönlichkeit – egal ob lebendig oder tot – treffen dürftest: Wer wäre es und warum?

Falco saß vor seinem Unfall auf der Kreuzung eine Stunde lang reglos im Auto. Ich würde ihn gerne fragen, was ihm in dieser Zeit durch den Kopf ging…

Auf welche Frage hattest du in letzter Zeit keine Antwort und hast du sie im Nachhinein finden können?

Vor drei Jahren habe ich mich gefragt, ob ich nicht schon zu alt bin, um den nur 40 Jahre alt gewordenen Falco zu spielen. Doch unser Erfolg zeigt mir, dass es sehr wohl geht!

Hast du aus beruflicher Sicht schon Entscheidungen getroffen, die du gerne rückgängig machen würdest?

Sicherlich gab es das eine oder andere Engagement, von dem ich mir etwas versprochen habe, das dann leider nicht eingetreten ist. Aber alles im Leben ist eine Prüfung und ein Lernprozess. Oft machen Dinge erst nach Jahren Sinn, dass sie so stattfinden mussten. Es gibt keine Zufälle!

Wenn du drei Wünsche frei hättest: Welche wären es?

Leute, geht liebevoller miteinander um.

Nehmt nicht alles persönlich.

Lernt, auch mal zu verzeihen.

Das wünsche ich mir für alle, aber hauptsächlich natürlich für mich.

Natürlich darf die obligatorische Frage nicht fehlen: Was war dein lustigster Patzer auf der Bühne?

Ich merke mir eher die emotionalen Momente, die ich auf der Bühne mit dem Publikum gemeinsam habe. Und das ist bei Falco so gut wie jeden Abend der Fall!

Welche Frage würdest du dir selbst stellen, wärest du an unserer Stelle und was wäre die Antwort?

Könntest du dir ein Leben ohne Bühne vorstellen? – Nein.

Welche Frage würdest du uns stellen, wärest du der Interviewer?

Wie erklärt ihr euch, dass der Musical-Boom nach wie vor anhält?

Judy: Ich glaube er hält nicht nur an, sondern wächst stetig. Es wird immer deutlicher, dass sich auch „kleinere“ Produktionen mit den „großen Häusern“ messen können und die Aufmerksamkeit der Zuschauer wird immer größer. Vielleicht wird das Publikum auch mutiger und so schaut man auch mal über den Tellerrand hinaus.

Mir gefällt die Entwicklung, auch wenn sie für unseren Terminkalender eher gefährlich ist.

Ena: Ich denke, dass Musicals gerade in der heutigen, stressigen und schnellen Zeit, ein Rückzugspunkt für viele Menschen sind. Man kann in eine Phantasiewelt abtauchen und den stressigen Alltag für ein paar Stunden vergessen. Außerdem vereint das Genre Musical gleich drei Kunstsparten das Schauspiel, den Tanz und den Gesang, sodass man sich nicht auf eine Richtung festlegen muss.


Besucht Alexander im Netz:
Facebook: Alexander Kerbst
Instagram: @alexanderkerbst
Web: www.alexander-kerbst.de


Wir danken dir für deine offenen Antworten auf unsere Fragen, lieber Alexander! Wir sind sicher, du bist für die Bühne geboren und wünschen dir noch viele tolle Erfahrungen in den unterschiedlichsten Rollen!

Wir freuen uns schon sehr, dich bald endlich als Falco auf der Bühne erleben zu dürfen. Besonders für Judy steht das Stück schon lange auf der „Wish-List“.

Viele Grüße!

Eure Judy und eure Ena

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